Was ist Ethos? Definition und Konzept

Im antiken Griechenland wurde dieses Wort ursprünglich verwendet, um den Ort anzuzeigen, an dem eine Person lebte. Diese Bedeutung änderte sich, als Aristoteles bestätigte, dass das Ethos das ist, was in einem lebt, dh seine Art zu sein oder sein Charakter. Auf diese Weise wird es als zweite Natur verstanden, die sich von der streng biologischen unterscheidet.

Nach Aristoteles ist die Art zu sein eines jeden Individuums etwas Erworbenes und kann geformt werden

Wir bauen unseren Charakter aus unseren Gewohnheiten auf, dh den Handlungen, die wir regelmäßig wiederholen. Für Aristoteles wird moralische Exzellenz aus Gewohnheiten gewonnen. Mit anderen Worten, wir kommen dem Ideal der Gerechtigkeit näher, wenn wir nur handeln, und wir kommen der Tugend der Großzügigkeit durch großzügige Handlungen näher.

Das Ethos eines Individuums, seine Art zu sein, würde durch eine Reihe von Gewohnheiten geprägt sein. Diese Gewohnheiten, die wir für gut oder nützlich halten, nennen wir Tugenden, und diejenigen, die schädlich sind, klassifizieren wir als Laster. Logischerweise sollte das Bestreben einer Person darin bestehen, Tugend zu erlangen und Laster zu vermeiden. Um diesen Zweck zu erreichen, schlägt Aristoteles die Stärkung des Charakters, des Ethos vor.

Eine Tür, durch die Sie die Unterscheidung zwischen Ethik und Moral besser verstehen können

Für griechische Philosophen, insbesondere für Aristoteles, steht das Ethos in direktem Zusammenhang mit unserer Art zu sein.

Andererseits kommt in der römischen Kultur die Idee der Moral von Moralis, was Sitte bedeutet. Auf diese Weise ist Ethos unser Charakter und Moral ist eine Reihe von Regeln des Zusammenlebens, die unser Verhalten regulieren. Aus der Idee des Ethos wird die Grundlage der Idee der Ethik geschaffen, dh die Reflexion über unsere Lebensweise.

Während Moral eine normative Dimension hat und auf einer Reihe konkreter Regeln basiert, ist Ethik eine Bewertung oder Reflexion moralischer Fragen.

Ethos, Phatos und Logos

In der griechischen Kultur kann das individuelle Ethos mit Disziplin geschmiedet werden, da wir nicht mit einem Ethos geboren werden, sondern es mit unseren Gewohnheiten formen. Stattdessen bezieht sich die Idee von Phatos auf Leidenschaft und Emotionen. Der Begriff Logos bezieht sich seinerseits auf die Idee von Vernunft und Sprache.

Für Aristoteles sind alle drei Elemente an der Kommunikation beteiligt. So vermitteln wir Ideen mit unserer Art zu sein, während wir aus dem individuellen Pathos Emotionen ausdrücken, und all dies wird durch Vernunft und Sprache artikuliert.

Ebenso finden wir in einem Kunstwerk ein Ethos, ein Pathos und ein Logo, dh eine Persönlichkeit, eine Emotion und eine Sprache.

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